Belastungstests bei niedrigem Luftdruck (Unterdruck)

Was passiert, wenn der Umgebungsdruck sinkt?
Bleibt ein Gehäuse stabil und dicht?

Prüfungen bei niedrigem Luftdruck zeigen, wie sich Komponenten und Baugruppen unter realistischen Druckänderungen verhalten – bevor es im Einsatz zu Ausfällen kommt.

Ob Steuergeräte, Steckverbinder oder Leitungssysteme: Viele technische Komponenten müssen auch bei geringem oder wechselndem Umgebungsdruck zuverlässig und dauerhaft funktionieren. Bereits kleinste mechanische Veränderungen oder Leckagen können zu Fehlfunktionen oder sicherheitskritischen Situationen führen.
Insbesondere für Anwendungen im Luftfahrtbereich ermöglichen die Prüfung eine realitätsnahe Simulation des Einsatzes in Flugzeugen.

Darüber hinaus werden Druck- und Unterdruckprüfungen auch an Komponenten anderer Industriezweige durchgeführt, bei denen Luft, Gase oder Medien in geschlossenen Systemen zuverlässig geführt werden müssen.

In unserem akkreditierten Prüflabor simulieren wir die Prüfbedingungen bei niedrigem Luftdruck gemäß DIN EN 60068-2-13 (Prüfung M) sowie kombinierte Belastungen mit Temperatur nach DIN EN 60068-2-40 (Kälte / niedriger Luftdruck) und DIN EN 60068-2-41 (trockene Wärme / niedriger Luftdruck).

Mit präziser Druckregelung, anpassbaren Prüfaufbauten und digitaler Leckage- und Funktionsüberwachung liefern wir belastbare Ergebnisse – für Entwicklung, Qualifikation, Zertifizierung und Serienfreigaben.

Leistungen und Schwerpunkte

Die Prüfungen kommen dort zum Einsatz, wo Komponenten und Systeme mit reduziertem Umgebungsdruck zuverlässig funktionieren sowie formstabil und dicht bleiben müssen. Die Prüfungen ermöglichen eine realitätsnahe Bewertung des Produktverhaltens unter definierten Druckbedingungen.
 

Typische Ziele der Prüfungen

  • Flugtauglichkeitsprüfung
    • Funktionsnachweis für Baugruppen in Flugzeugen
    • Flug-Transportprüfungen
       
  • Dichtheitsnachweis
    Nachweis von Leckagen, Mikro-Undichtigkeiten oder gasförmiger Diffusion unter niedrigem Luftdruck
     
  • Bewertung des Formverhaltens
    Erkennung von Verformungen, Materialschwächen oder strukturellen Veränderungen infolge von Druckdifferenzen
     
  • Simulation realer Einsatzbedingungen
    Abbildung von Höhenlagen, Unterdruckumgebungen oder vakuumähnlichen Betriebszuständen, z. B. in Kammern oder Prozessanlagen
     
  • Langzeit- und Dauerbelastungen
    Untersuchung des Verhaltens von Bauteilen bei längerer Einwirkung niedrigen Luftdrucks 


Typische Anwendungsbereiche

  • Baugruppen, Sensoren und Systeme für die Luft- und Raumfahrt
  • Flug-Transportsimulation von medizinischen Produkten (steril verpackt), Materialien oder verpackten Komponenten
  • Leitungssysteme, Luftführungen und Schlauchsysteme
  • Medizinische Baugruppen und Filtersysteme
  • Steckverbinder, Dichtungen und Abdichtelemente
  • Automotive-Komponenten, z. B. Bremsunterdruck- oder Versorgungssysteme

Prüfverfahren und Technologien

Die Prüfungen bei niedrigem Luftdruck werden in Hochvakuumkammern mit leistungsfähigen Vakuumpumpen durchgeführt.

Während der Prüfung ist es möglich, die Prüflinge:

  • optisch zu überwachen,
  • elektrisch zu kontaktieren und
  • die Funktion zu prüfen.

Die eingesetzte Prüftechnik erlaubt die reproduzierbare Prüfdurchführung sowie eine lückenlose, digitale Erfassung aller relevanten Messdaten über den gesamten Prüfzeitraum.

Kernmerkmale unserer Prüftechnik

  • Prüfkammer
    Innenabmessungen 500 × 500 × 700 mm – geeignet für Einzelkomponenten und kompakte Baugruppen
  • Druckregelung
    Elektronische Druckregelung mit frei programmierbaren Druck- und Zeitprofilen gemäß DIN EN 60068-2-13 sowie den kombinierten Prüfungen nach DIN EN 60068-2-40 und -41
  • Sensorik
    Hochauflösende Drucktransmitter, Differenzdrucksensoren und integriertes Leckagemonitoring zur präzisen Überwachung der Prüfbedingungen
  • Prüfdauer
    Kurzzeitprüfungen von wenigen Sekunden bis hin zu Langzeit- und Dauerbelastungen über mehrere Tage

Testmöglichkeiten

  • Dichtheitsprüfungen bei niedrigem Luftdruck, optional mit Temperaturüberlagerung
  • Leckratenmessungen mittels Druckabfallverfahren
  • Analyse von Formveränderungen unter Druckdifferenz (visuelle Beurteilung)
  • Funktionsprüfungen unter simulierten Höhenbedingungen zur Bewertung der Betriebsfähigkeit

Normen und Qualitätssicherung

Die Prüfungen werden entsprechend internationaler Normen und Standards durchgeführt. 
Dabei richten wir uns nach projektspezifischen Vorgaben aus QTP’s und Lastenheften.

Angewandte Normen:

  • DIN EN 60068-2-13 (M) – Niedriger Luftdruck
  • DIN EN 60068-2-40 (Z/AM) – Kombinierte Prüfung: Kälte / niedriger Luftdruck
  • DIN EN 60068-2-41 (Z/BM)  –  Kombinierte Prüfung: Trockene Wärme / niedriger Luftdruck
  • RTCA DO-160 – Altitude, Decompression and Overpressure Tests
  • MIL-STD-810 – Low Pressure
  • DIN EN IEC 60601-1-11 – Niedriger Luftdruck an Medizinische elektrische Geräte
  • Kundenspezifische Norm- und Prüfvorgaben – z. B. aus den Bereichen Automotive, Medizintechnik oder Bahntechnik


Alle Prüfungen werden im Rahmen unserer DAkkS-Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025 durchgeführt. Dies gewährleistet eine unabhängige, normkonforme und reproduzierbare Durchführung der Prüfungen.

Die Prüfungen erfolgen:

  • in digitaler Form
  • mit digitalen Prüfprotokollen inkl. Zeitstempel, Druckverläufen und ggf. Leckraten
  • mit grafische Auswertungen, z. B. Luftdruck-Zeit-Diagramme
  • mit aussagekräftiger Fotodokumentation bei sichtbaren Verformungen oder Undichtigkeiten
  • sowie Abgleich der Ergebnisse mit spezifizierten Grenz- und Sollwerten


Als akkreditiertes Prüflabor (DIN EN ISO/IEC 17025) erstellen wir Ihnen weltweit anerkannte Prüfberichte.

Branchen und Anwendungsfelder

Automotive

Bremsunterdrucksysteme, Steuergeräte, Gehäuse und Komponenten mit druckabhängiger Funktion

Elektrotechnik & Industrieelektronik

Geschlossene Module, elektronische Baugruppen und Systeme für industrielle Anwendungen

Bahntechnik

Außenanlagen, Tunneltechnik, Signal- und Steuergehäuse, Verkabelungssysteme

Luft- und Raumfahrt

  • Baugruppen, Sensoren und Systeme in Flugzeugen
  • Flug-Transportsimulation von steril verpackten medizinischen Komponenten, Materialien oder verpackten Baugruppen

Medizintechnik

Filtersysteme, Diagnostik- und Therapieeinheiten mit Anforderungen an Dichtheit und Funktion unter wechselnden Umgebungsbedingungen (z. B. in Anlehnung an DIN EN 60601-1-11 für den Einsatz im häuslichen Umfeld)

Die Prüfungen lassen sich flexibel mit weiteren Umweltprüfungen kombinieren, z. B. mit klimatischen Prüfungen, Dichtheits- und Lecktests oder IP-Schutzart-Prüfungen, um realistische Mehrfachbelastungen abzubilden.

Ihre Vorteile mit AUCOTEAM

  • Prüfungen bei niedrigem Luftdruck mit variablen Druckprofilen
  • Dichtheits- und Funktionsprüfungen unter realistischen Bedingungen: Bewertung von Leckage, Formverhalten und Funktionsfähigkeit während und nach der Druckbelastung
  • Prüfkammern: geeignet für Einzelkomponenten bis hin zu kompakten Baugruppen
  • Digitale Aufzeichnung und Dokumentation: lückenlose Erfassung von Druckverläufen, Haltezeiten und ggf. Leckraten mit nachvollziehbarer Auswertung
  • Kombinierbare Prüfungen: erweiterbar um Temperatur-, Klima- oder Dauerbelastungsprüfungen zur Abbildung realer Mehrfachbeanspruchungen
  • Eigene Prüfstandsentwicklung: flexible Prüfaufbauten für Serienprüfungen ebenso wie für individuelle Sonder- oder Entwicklungsaufgaben
  • Akkreditiertes Prüflabor: Durchführung der Prüfungen im Rahmen der DAkkS-Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025
  • Beratung und Prüfung aus einer Hand: fachliche Unterstützung von der Konzeptphase über die Prüfplanung bis zum Prüfbericht

Ihr Ansprechpartner für Testverfahren

Christian Kretschmer
Leiter Testlabor

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Ob Einzelprüfung, Dauerbelastung oder Serienfreigabe – wir entwickeln das passende Prüfkonzept.